Bestandteile im Futternapf

Wenn man den Medien Glauben schenken möchte, dann ist doch DAS schlagende Argument der Hundehalter, dass (nicht nur!) das Futter

ARTGERECHT sein soll. Abstammungsnachweise hin oder her – es ist Fakt, dass unsere Hunde Jagen gehen. Sehr zum Leidwesen der Jagende-Hunde-Halter nicht unbedingt als Zeitvertreib. Da geht es um‘s Beute machen.

Auch wenn jetzt ein Herzinfarkt droht: worauf machen unsere Hunde Jagd???


Tierische Bestandteile im Futternapf

Muskelfleisch

Wenn man nun die artgerechte Ernährung im Auge beibehält, dann ist Muskelfleisch ein Hauptbestandteil der Nahrung. Weil auch das Beutetier hauptsächlich aus Muskelfleisch besteht.

 

Muskelfleisch liefert hochwertiges Protein, also Aminosäuren, die wiederum als Baustoffe für den gesamten Organismus des Hundes notwendig sind. Gemeint ist damit, dass Aminosäuren Eiweißbausteine enthält, die z. B. für den Erhalt bzw. die Neubildung von Körpergewebe notwendig sind.

 

Je hochwertiger, also köpereigener, die Aminosäuren sind, desto leichter können diese verwertet werden. Um die Menge dennoch zu decken, müsste mehr gefüttert werden – was wiederum das Ungleichgewicht beeinflusst, da es die pure Aminosäure nicht gibt.

 

Dazu kommt, dass minderwertige Eiweiße nicht im Dünn-, sondern im Dickdarm verdaut werden, also hauptsächlich eine mikrobielle Verdauung. Die mikrobielle Verdauung ist nicht nur ineffizient, sie geht auch mit der verstärkten Produktion von Ammoniak und Aminen einher, welche zu einer unnötigen Belastung des Organismus für deren Abbau führt.

 

Von den 20 Aminosäuren sind 10 Aminosäuren für den Hund essentiell und müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Ja, es gibt auch pflanzliche Proteine und somit pflanzliche Aminosäuren – aber die Zusammensetzung ist eine andere und die

Verwertung ist viel geringer.

 

In Muskelfleisch sind auch weitere Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, essentielle (also notwendige) Fettsäuren und Fett, als Energielieferant, enthalten. Auch der Wasseranteil von ca. 50-80% ist nicht außer Acht zu lassen.

Wird der Fleischanteil in der Gesamtration zu stark reduziert, fehlen essentielle Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Der Energiegehalt der Ration sinkt vermutlich ebenso, da der Fettgehalt nicht mehr gegeben ist.

 

Eine „gesunde“ Abwechslung der Muskelfleischquellen ist empfehlenswert – das heißt aber nicht, dass von A wie Antilope bis Z wie Zebra alles Querbeet gefüttert werden soll/muss. 2-3 Tierarten, an die man relativ einfach kommt, reichen vollkommen.

 

Liegen keine medizinischen Gründe vor, dass der Hund das Muskelfleisch in gewolfter (faschierter) Form bekommt, dann ist stückiges Fleisch definitiv vorzuziehen. Ein „ja, aber der schlingt das immer so runter“ ist kein Argument, denn der Hund ist ein Schlingfresser. Da ändert das gewolfte Futter auch nichts daran – ganz im Gegenteil, er mutiert dann noch zum „Inhalator“.

Innereien

Weil Innereien wertvolle Nährstofflieferanten, also Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine liefern.

Lässt man Innereien zu stark oder völlig weg, kann es zu Defiziten kommen, da eben lebensnotwendige Nährstoffe nicht aufgenommen werden können. Erhöht man umgekehrt den Anteil zu stark, kann es zu Durchfall kommen.

 

Von daher sollten die 15% der Gesamtration auf mindestens 2-3x die Woche aufgeteilt werden.

 

Zu den Innereien zählt man Leber, Niere, Milz, Lunge und Herz.

 

Ja, Herz ist ein Muskel, der größte sogar, aber dennoch ist Herz zu den Innereien zu zählen, zumindest wenn man sich am Beutetier orientiert.

Die Innereien im Detail

Leber: liefert besonders viel Phosphor, Kupfer, Eisen, Mangan, Vitamin A (Retinol), Vitamin K, Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B12 (Cobalamin), Vitamin B5 (Pantothensäure), Vitamin B3 (Niacin), Biotin („Vitamin B7“) und Folsäure („Vitamin B9“)

 

Herz: liefert Eisen, Natrium, Jod, Selen, Phosphor, Kalium, Vitamin B1 und B2, Vitamin D und E; auch Protein- und Taurinlieferant

 

Niere: liefert Magnesium, Natrium, Selen und Biotin, Vitamin A, B12 und Folsäure

 

Milz: das Blutspeicherorgan, daher ein guter Eisenlieferant, Kalium und Jod, Phosphor und Vitamin E

 

Lunge: enthält viel Taurin, liefert Phosphor, Natrium, Kalium, Zink – alles in allem jedoch wesentlich geringer, als andere Innereien!

Jedoch ist sie sehr mager, weshalb sie auch an dickliche Hunde in Form von Leckerlies gerne verfüttert wird.

 

Wie schon erwähnt, weisen Innereien eine hohe Nährstoffdichte auf, aber auch einen hohen Puringehalt.

Dieser ist bei gesunden Hunden unbedenklich, bei Neigungen zu Uratsteinen (z. B. Dalmatinern) sollte auf eine eher purinarme Ernährung geachtet werden.

Da die Lunge das größte Organ ist, könnte man meinen, von ihr am meisten zu verfüttern. Da sie aber relativ wenig Nährstoffe enthält, ist der Leber anteilsmäßig der Vorrang zu geben. Die anderen Innereien teilen sich die Anteile in gleichen Maßen auf.

 

Eine ideale Aufteilung könnte wie folgt aussehen: 40% Leber, 15% Lunge, Niere, Milz und Herz.

 

Sollte der Hund Innereien ablehnen und partout nicht fressen wollen, dann bitte versuchen, ob die Innereien angebraten, fein gewolft unter das Fleisch gemischt oder mit Pansen oder Blättermagen vermengt angenommen wird. Manchmal hilft auch ein „Tierartwechsel“.

Rohe fleischige Knochen - RFK

Unter anderem, weil Knochen wertvolles Calcium liefern und Spurenelemente wie Natrium, Jod und Magnesium.

 

Zu beachten ist:

 

  • NIEMALS erhitzte Knochen (egal ob gekocht, gegrillt oder gebraten) verfüttern.
  • Keine „tragenden“ Knochen verfüttern – denn diese sind zu hart für die Zähne unserer Hunde und können zu Absplitterungen und Haarrissen der Zähne führen, welche oft unbemerkt bleiben und zu Problemen mit dem Gebiss führen können.
  • KEINE Markknochen – sitzt dieser am Kiefer fest, kann nur noch die tierärztliche Knochensäge dem Hund helfen.

 

Gut geeignet sind weiche Knochen wie Rücken von Geflügel, Flügel, Schenkel oder Hühnerhälse; oder von den „harten“ Knochen Lamm- oder Kalbsrippen, Pferde- oder Rinderbrustbein, Putenhälse, etc.

Der Härtegrad der Knochen bezieht sich auf den Mineralstoffgehalt.

 

Werden zu viele Knochen verfüttert, bzw. ist der Knochenanteil zu hoch, kann es zu Knochenkot oder Verstopfung kommen. Hier gilt es, den Hund zu beobachten – neigt der Hund zu Knochenkot, muss die Menge der verfütterten Knochen unbedingt reduziert werden.

Damit der Hund auch wirklich etwas von der Knochenfütterung hat, sollte noch möglichst viel Fleisch daran sein – deshalb RFK, was nichts anderes als „rohe, fleischige Knochen“ bedeutet.

 

Auch wenn sich der Besitzer beim Verfüttern von Knochen nicht wohl fühlt, dürfen Knochen nicht ersatzlos aus dem Futterplan gestrichen werden. Alternativen bilden hier sogenannte gewolfte Knochen, wo auch der notwendige Fleischanteil gesichert

ist.

 

Um die Calciumversorgung zu gewährleisten, kann noch Calciumcitrat, Algenkalk, Knochenmehl oder Eierschalenpulver verwendet werden. Beim Kauf ist auf eine lückenlose Deklaration zu achten – ist diese nicht gegeben, dann bitte ein anderes

Präparat besorgen (lassen).

 

Für die Zahnpflege eignen sich Knochen hervorragend.

Möchte man keine Knochen verfüttern oder soll der Hund keine Knochen fressen, dann eignen sich sehr große Knochen, am besten welche mit Haut, Sehnen und Knorpel, oder man gibt seinem Hund Rinderkopfhaut oder Kauwurzeln.

 

Kohlenhydrathaltige Kauknochen aus dem Tierfachhandel sind für die Zahnpflege nicht geeignet: einerseits sind sie zu weich, andererseits enthalten sie zahnsteinfördernde Kohlenhydrate.

 

Knorpel können hin und wieder angeboten werden. Allerdings nicht als Calciumlieferant, dafür Glucosamin und Chondroitin, welche zur Vorbeugung von Knorpelabbau bei Gelenkerkrankungen eingesetzt werden. Da Knorpel eine geringe Nährstoffdichte aufweisen, können sie als kalorienarmer Kauspaß gegeben werden.

Vorsicht bei Kehlkopf und Schlund

Hier sitzt die Schilddrüse vom Schlachttier. Wird die Schilddrüse nicht fachgerecht entfernt, dann können die Hormone der Schilddrüse den Hormonhaushalt des Hundes beeinflussen – dies kann mitunter im Blut nachgewiesen werden, im schlimmsten Fall kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

 

Ein Nachfragen beim Anbieter ist nicht verkehrt: „ist Schilddrüsengewebe darin enthalten“. Wird dies bejaht: dann bitte nicht kaufen! (dies gilt im Übrigen auch für Mixe mit Kopf- und/oder Schlundfleisch).

Auf den Punkt gebracht:

  • Die Ration des Hundes sollte zur Hälfte aus Muskelfleisch bestehen
  • Nicht zu mageres Fleisch füttern – Fett ist wichtig!
  • Stückiges Fleisch ist gewolftem Fleisch vorzuziehen
  • Die im Muskelfleisch enthaltenen Aminosäuren sind wichtig und nicht einfach mit pflanzlichen Komponenten zu ersetzen
  • Fleisch von 2-3 Tierarten zu verfüttern ist sinnvoll
  • Innereien liefern die meisten Nährstoffe
  • Zu den Innereien zählen: Leber, Niere, Herz, Milz und Lunge
  • Knochen nur roh verfüttern
  • Auf einen hohen Fleischanteil an den Knochen achten
  • Weiche Knochen von kleinen, jungen Tieren sind zu bevorzugen
  • Wichtig für eine Gesunderhaltung der Zähne
  • Knochen sind herrvorragend zur Beschäftigung des Hundes geeignet - "voller Körpereinsatz" inklusive

Alles klar? Denn Du weißt:

 

nicht verzagen - Doggy Care fragen

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