Bestandteile im Futternapf - Getreide

Segen oder Fluch? Gut oder Böse? Was nun??

Ganz nüchtern betrachtet, ist Getreide („richtiges“ wie z. B. Weizen und „Pseudo“ wie z. B. Buchweizen) in erster Linie Kohlenhydratlieferant, also Energielieferant.

 


Neben Kohlenhydraten liefern Getreide noch ein wenig Protein, eine Reihe von Mineralstoffen und Vitamine. Sie beinhalten aber auch Substanzen, die die Bioverfügbarkeit bestimmter Nährstoffe stark beeinflussen können, z. B. kann die Aufnahme von Kalzium, Magnesium gehemmt werden.

 

Für die Gegner der Getreidefütterung: Hunde haben keinen Kohlenhydratbedarf, ABER sie haben einen Energiebedarf.

 

Für die Befürworter der Getreidefütterung: Hunde können Kohlenhydrate besser verstoffwechseln als in grauer Urzeit, befähigt sie aber nicht, zur ausschließlichen Getreidefütterung oder reinen pflanzlichen Fütterung.

 

Es ist weder die eine Front im absoluten Recht, noch die andere. Die Wahrheit befindet sich … irgendwo dazwischen.

 

Verträgt Dein Hund Getreide gut, warum ihm dann nicht gelegentlich davon geben? Du weißt ja auch, dass Schokolade "schlecht" ist, und trotzdem gönnst Du Dir hin und wieder eine Tafel, oder?

Solle Dein Hund zunehmen weil er zu dünn ist, warum nicht einen Getreideanteil zufüttern?

Gehört Dein Hund zu denjenigen, die ständig Hunger haben? Warum nicht ein wenig Getreide füttern?

 

Wenn der Anteil in der Gesamtration 10-15% im gekochten Zustand nicht übersteigt, spricht nichts gegen eine Getreidefütterung.

 

Getreide muss, damit es der Hund verwerten kann, immer aufgeschlossen sein: also gekocht oder in Flockenform.

 

Wie bereits erwähnt: Hunde sind in der Lage, aufgeschlossenes Getreide zu verdauen, jedoch handelt es sich dabei um keinen

natürlichen, also artgerechten, Nahrungsbestandteil.

Das in Getreide enthaltene Eiweiß weist eine ungünstige Zusammensetzung von Aminosäuren auf. Dazu kommt, dass minderwertiges Eiweiß nicht zum Großteil im Dünndarm, sondern erst im Dickdarm verdaut wird, wo es sich um eine mikrobielle Verdauung handelt. So fällt unter anderem auch Ammoniak an, was zu einer unnötigen Belastung des Organismus führt und auf

Dauer die Nieren und die Leber schädigt.

 

Ein weiterer Nachteil der kohlenhydratreichen Fütterung ist, dass die Bildung von bakteriellen Zahnbelägen begünstigt wird.

Wird der Getreideanteil zu hoch bemessen, wird der Rohfasergehalt des Futters angehoben und dies führt zu einer Reduzierung der Verdaulichkeit des Futters.

 

Bei bestimmten Erkrankungen kann es sinnvoll sein, auf Getreide in der Fütterung zu verzichten.

Getreidesorten, die verfüttert werden können

Amaranth: Pseudogetreide; glutenfrei; enthält wertvolles Eiweiß und ungesättigte Fettsäuren; zählt zu den Fuchsschwanzgewächsen; zählt zu den ältesten Nutzpflanzen. Amaranth gemahlen, geflockt oder die Körner zu einem

Brei gekocht verfüttern.

 

Buchweizen: Pseudogetreide; glutenfrei; hohe Eiweißqualität, hohe Anteile an Vitaminen und Mineralstoffen; kann gegen hohen

Blutzuckerspiegel eingesetzt werden; zählt zu den Knöterichgewächsen; wird als Flocken, Schrot oder Mehl angeboten.

 

Dinkel: echtes Getreide; glutenhaltig; ist eine Urform des Weizens; erhältlich als Flocken, Schrot, Mehl und Grieß.

 

Einkorn: echtes, ursprüngliches Getreide, glutenhaltig; der Vorfahre des heutigen Weizens; als Schrot, Mehl oder Flocken erhältlich.

 

Emmer: echtes, ursprüngliches Getreide, stark glutenhaltig. Wird nur noch sehr selten angebaut.

 

Gerste: echtes Getreide, glutenhaltig; als Mehl, Flocken und Schrot erhältlich.

 

Grünkern: ist ein unreifer Dinkel; glutenhaltig; geschrotet, geflockt oder gemahlen erhältlich. 

 

Hafer: echtes Getreide; glutenhaltig; Haferflocken werden als Nervennahrung eingesetzt; hoher Eiweißgehalt; als Vollkorn, aber auch als Flocken, Mehl und Schrot erhältlich.

 

Hirse: altes, echtes Getreide, sehr Eisen- und Kieselsäurehältig; ist glutenfrei; als Brei, Flocken oder Mehl im Hundefutter

einsetzbar.

 

Kamut: eine uralte Form des Weizens; ist nährstoffreicher als Weizen; glutenhaltig; als Flocken, Schrot und Mehl erhältlich.

 

Mais: glutenfrei; als Grieß, Mehl und als ganzes Korn erhältlich. Zu einem Brei kann nur Grieß oder Mehl verarbeitet werden; da Mais ein hartes Getreide ist, muss er gekocht werden.

 

Quinoa: Pseudogetreide; glutenfrei; zählt zu den Gänsefußgewächsen; kann wie Getreide verwendet werden.

 

Reis: altes Getreide, glutenfrei; sehr kohlenhydratreich, deshalb nur sparsam als Futterzusatz einsetzen; nur gekocht verfüttern.

 

Roggen: echtes Getreide; glutenhaltig; kann als Mehl, Flocken, Schrot oder Vollkorn gekauft werden; Korn ähnlich dem Reis kochen.

 

Weizen: echtes Getreide; höchster Glutengehalt aller vorgestellten Getreidearten; wird als Auslöser für Allergien eingestuft; ist

enorm hochgezüchtet und sehr ertragreich, deshalb billig und deshalb oft in Hundefutter eingesetzt.

 

 

Bleiben vom Mittag- oder Abendessen mal Nudeln über, spricht nichts dagegen, diese in den Hundenapf wandern zu lassen; aber bitte nicht regelmäßig oder gar täglich!

Zubereitung von Getreide

Das Korn ist für den Hund nicht verdaulich und muss deshalb behandelt werden. Möchte man auf die im Getreide enthaltenen Nährstoffe zurückgreifen, dann empfiehlt es sich, das ganze Korn zu kaufen und erst zu Hause, kurz vor der Zubereitung, zu mahlen oder zu schroten.

 

Mahlen: in einer speziellen Getreidemühle. Manche Küchenmaschinen haben Aufsätze die das mahlen ermöglichen. Kleine Mengen können aber auch Kaffeemühlen mahlen.

 

Schroten: lässt sich in der Getreidemühle einstellen – von groben Schrot bis feinem Mehl.

 

Flocken : Dazu werden „Getreidequetschen“ verwendet; sind oft bei guten Getreidemühlen dabei. Futterflocken sollten immer sehr fein und zart sein.

 

Einweichen: geschrotetes oder gemahlenes Getreide vor dem Verfüttern in Buttermilch, Suppe, Joghurt, Milch, Sauermilch, Wasser oder Gemüse- oder Obstsäften einweichen. Die gewünschte Menge mit der Flüssigkeit übergießen und am besten über Nacht quellen lassen. Eventuell übrige Flüssigkeit wegschütten und nicht zusätzlich verfüttern. Den Getreidebrei nun mit Milchprodukten, Obst oder Gemüse mischen und dem Hund zum Fressen hinstellen.

 

Kochen: Hier kann man das ganze Korn verwenden, oder aber auch geschrotetes, gemahlenes oder auch geflocktes Getreide. Als Faustregel verwendet man 1 Tasse Getreide auf 2 ½ - 3 Tassen Wasser – je nach verwendeter Getreideart.

 

Möchte man nicht in eine eigene Getreidemühle investieren, so sind die Produkte auch im Bio-Laden erhältlich.

Auf den Punkt gebracht:

Es spricht nichts gegen eine gelegentliche Verfütterung von Getreide - aber bitte in Maßen!

Alles klar? Denn Du weißt:

 

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